Bisher galten die erwarteten maximalen
Oxidationsstufen der 5d-Elemente als leicht einzuprägen:
Das Maximum +VIII ist bei Osmium erreicht, nach links und rechts
im PSE sollte die Oxidationszahl dann bei jeder weiteren Gruppe
um eine Einheit abfallen. Frühe Berichte über eine IrO4
-Spezies, die zuvor angezweifelt wurden blieben, unberücksichtigt.
Für Iridium in der Oxidationsstufe +VII legen quantenchemische
Untersuchungen IrF7 als kandidat nahe. Nun haben Gong,
Zhou, Kaupp und Riedel IrO4 wieder ins Rennen gebracht:
Sie berichten über Untersuchungen an Ir(at)/O2-Mischungen,
die in Edelgasmatrizen ausgefroren und anschließend mit
Licht verschiedener Wellenlängen bestrahlt wurden. zwei sehr
schwache IR-Signale schreiben sie den asymmetrischen O-Ir-O Streckschwingungen
der D2d-symmetrischen Verbindung IrVIIIO4 zu. Die Frequenzen und
Isotopenverschiebungen stimmen recht gut mit den quantenchemisch
berechneten überein.
Robert Berger (Frankfurt), Chemie Notizen,
Nachrichten aus der Chemie, 57, Dezember 2009,
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